Datik, Phinsum und Dukchung können wieder hören

Dagu Himalaya | Nepal | 25.07.2019

In den Bergregionen von Nepal leiden viele Menschen unter gesundheitlichen Problemen. Gründe sind das Fehlen von fließendem und sauberem Wasser, aber auch der Mangel an Wissen über Hygiene. Die Folgen sind unter anderem Erkrankungen der Ohren, die nur operativ behoben werden können. Durch großzügige Spenden, konnte einigen Kindern ermöglicht werden, wieder zu hören.

Seit Januar 2018 werden in sehr abgelegenen Dörfern im oberen Arun Tal Programme zum Thema Gesundheitserziehung an Schulen durchgeführt. Ende des letzten Jahres legte das Team von Dagu Himalaya insgesamt 177 km zurück, um in den Bergen verstreute Schulen zu besuchen. Dort hielten sie Vorträge über richtiges Händewaschen, Zähneputzen und Verhalten bei Ohrerkrankungen. Zahnbürsten, Zahnpasta und Seifen wurden an alle verteilt. Zusätzlich wurden die Ohren der Kinder untersucht und wenn nötig gesäubert. Dabei kam so manches zum Vorschein, wie Fliegen oder andere kleine Insekten. Bei vielen Kinder waren die Ohren komplett verstopft, sodass sie nach der Reinigung sehr erleichtert waren.


Folgende zwei Erlebnisse waren im Zuge dieser Einsätze besonders eindrucksvoll:

Ohroperation für Datik und Phinsum
Im Rahmen der Aufklärungsprogramme wurde das Team von Dagu Himalaya von 2 Mädchen kontaktiert: Datik (13) und Phinsum (14). Beide hatten in ihrer Kindheit regelmäßig Ohrenentzündungen, die ohne Behandlung blieben. In Folge wurden große Teile des Mittelohrs zerstört, wodurch sich auch ihr Hörvermögen verschlechterte. Weil sie in der Schule manches nicht richtig hören konnten, litten auch ihre Noten dementsprechend darunter. Von ihren Mitschülern wurden sie gehänselt und belächelt.

Bei weiteren Untersuchungen in einem Krankenhaus in Pokhara, wurde bei beiden ein mittel- bis schwergradiger Hörverlust festgestellt. Um die Infektion zu beseitigen, das Trommelfell zu verschließen und das Gehör zu verbessern, mussten sie operiert werden. Aufgrund großzügiger Spender, die im Rahmen eines Konzertes Geld gaben, konnten die Operationen und der Krankenhausaufenthalt der Mädchen finanziert werden. Bereits kurz nach der Operation berichteten sie von einer Gehörverbesserung und waren begeistert.

Eine Schule für Dukchung
Im November 2017 ertaubte Dukchung, ein 8-jähriger Bub aus einem kleinen Dorf im oberen Arun Tal, aufgrund einer Mumps-Infektion. Seine Eltern brachten ihn nach Kathmandu, wo die Ärzte die Verdachtsdiagnose bestätigten. Nur durch ein Cochlear-Implantat war es möglich, ihm sein Gehör zurück zu geben. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das die Funktion des beschädigten Innenohrs übernimmt und Audiosignale an das Gehirn überträgt. Da dies mit hohen Kosten verbunden ist und seine Eltern als Bauern nicht viel verdienen, konnten sie sich diesen Eingriff nicht leisten.

Das Team von Dagu Himalaya erfuhr im Januar 2018 davon und beschloss zu helfen. Nach ein paar Monaten war das benötigte Geld gesammelt, um das Implantat und die Operation zu bezahlen. Nach dem Eingriff und dem Abschluss der Therapie, setzte sich das Team dafür ein, eine Schule für Dukchung zu finden. Da die meisten ein Problem mit seinem Implantat hatten, kamen nur Absagen. Umso größer war die Freude, als im April 2019 endlich die Zusage einer Schule in Kathmandu kam. Dukchung lebt mittlerweile gemeinsam mit seinem älteren Bruder in Kathmandu und freut sich über diese Chance.


In Nepal sind medizinische Behandlungen nicht gratis, auch gibt es keine Versicherungen. Die Reise- und Krankenhauskosten können sich viele nicht leisten. Vielen Dank an alle, die es diesen drei Kindern ermöglicht haben, wieder hören zu können.

Sandra Eisner und Dorchi Nuppa Bhote sind seit einigen Wochen wieder zurück in Österreich. Von Innsbruck aus kümmern sie sich weiterhin um die Projekte vor Ort in Nepal. Nähere Informationen zu den Projekten und wofür die Spenden weiterhin verwendet werden, sind unter
www.dagu-himalaya.org zu finden.

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