Mit Zusammenhalt durch Krisen

Die Arbeit der Tagesstätte Raphael lebt von persönlicher Begegnung und Begleitung. In den letzten Monaten wurden die MitarbeiterInnen vor die Herausforderung gestellt, Neues auszuprobieren, um weiterhin Unterstützung für psychisch kranke Frauen sein zu können und Nähe, trotz örtlicher Distanz zu ihnen, aufzubauen.

Ein Bericht von Jasmin Blagojevic (Projektleitung)

Der Lockdown im März traf uns zunächst sehr hart. Kein Kontakt, die Tagesstätte geschlossen. Wie geht es weiter mit psychisch kranken Frauen, die durch gelebte Gemeinschaft und Gottes Wirken heil werden, wenn sie keinen Kontakt miteinander pflegen können?
Um weiterhin Stütze für die Frauen sein zu können, wechselten wir von der Tagesstättengruppe zu einer Whatsappvideogruppe. Dort trafen wir uns dreimal in der Woche für eine Stunde zu einem kleinen Alltagsprogramm mit Andacht, Gebet, Gymnastik und einem kurzen Austausch darüber wie es jedem geht. Auf diese Weise wurde diese digitale Plattform zumindest zu einem kleinen Ersatz für unser Programm in der Tagesstätte. Die Freude, uns dreimal wöchentlich wenigstens über Video zu sehen war so groß, dass unsere Damen sich auch ohne Mitarbeiterinnen trafen und reihum Andachten, Gymnastik und den persönlichen Austausch selbst gestalteten. Spaziergänge im Freien waren auch möglich und wurden gerne angenommen. Als wir uns im Mai wieder treffen konnten, genossen wir das schöne Wetter und machten einen Schiffsausflug bei dem wir Abschiede und Geburtstage feierten. Mit einem Picknick am Vassachersee gingen wir in die Sommerferien.

Seit Juli arbeitet nun eine ehemalige Klientin bei uns als Psychologin. Sie kommt aus dem Iran und hat die Tagesstätte für sich selbst als große Hilfe empfunden. Jetzt darf sie an Asylwerberinnen Fürsorge, praktische Hilfe und persönliche Betreuung weitergeben. Es ist das, was sie hier als Klientin einst bei uns als so wohltuend empfunden hat. Eine andere unserer Damen hat nach vier Jahren die Betreuung beendet und kocht jetzt regelmäßig bei uns - ein großer Gewinn für alle, denn ihr Essen schmeckt köstlich.

Unsere Projekte können wir Gott sei Dank alle wieder auf die eine oder andere Art weiterführen. Zum Beispiel nähen wir nach wie vor Herzkissen für die Brustkrebspatientinnen im LKH Villach. Diese Herzen nehmen die Patientinnen zwischen Oberarm und Brust. Sie lindern die Wundschmerzen und federn schmerzhafte Bewegungen ab. Damit können wir die Frauen unterstützen. Auch die Besuche im Altersheim konnten wir wieder aufnehmen. Auf vielfältige Weise können wir Gottes Liebe ins Seniorenheim bringen und die älteren Damen begeistern.

Die Stärkung aus Gottes Wort verbunden mit dem Zusammenhalt – auch über Video – hat uns geholfen, die Krise zu bewältigen. Wir sind dankbar, dass all unsere Frauen ohne schwere seelische Belastungen durch diese Zeit hindurchgekommen sind. Gott hat durch die einzelnen Projekte viel Freude geschenkt und so konnten wir im Sommer doch einiges unternehmen.

Wir bedanken uns für die wertvolle Unterstützung, die uns in den letzten Monate auf verschiedenste Art zuteil wurde.
Damit wir diese wertvolle Arbeit auch weiterhin machen können, sind wir auf Spenden angewiesen und freuen uns über jede finanzielle Unterstützung. Aber auch über jedes Gebet für unser Projekt und vor allem für die Frauen, die wir begleiten.

 

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