Das aufregendste Jahr meines bisherigen Lebens

Rebekka Marek war von August 2020 bis Juni 2021 als Sozialdienerin im Kosovo. Im House of Hope durfte sie Kinder ab acht Jahren in Deutsch unterrichten und organisierte große Kinder- und Jugendtreffen. Hier erzählt sie, was sie dazu bewogen hat, einen Sozialdienst im Ausland zu machen und ob sie diesen auch anderen jungen Menschen empfehlen würde.

Schon lange war für mich klar, dass ich nach der Schule einen Auslandseinsatz machen möchte. Von meiner Heimatgemeinde kenne ich das Konzept der Freiwilligenarbeit. Doch wo genau Gott mich haben möchte, das konnte ich nicht sagen. Im Internet habe ich dann recherchiert – und bin auf „Hilfe die ankommt“ gestoßen. Der Sozialdienst im Ausland war genau das, was ich gesucht habe. Mit meinen vielen, vielen Fragen konnte ich Dietmar Brandl, den Verantwortlichen bei „Hilfe die ankommt“ für den Sozialdienst im Ausland, löchern, der sie immer geduldig und offen beantwortete. Schnell merkte ich, dass ich es mit einer vertrauenswürdigen Organisation zu tun habe – und habe mich dann voller Überzeugung für das Projekt im House of Hope im Kosovo entschieden.

Dort angekommen wurde ich sofort in das Team aufgenommen, das vorwiegend aus Einheimischen besteht. Gleich zu Beginn habe ich versucht, Kontakte zu knüpfen, offen und aktiv auf die Menschen zuzugehen. Das ist mir glücklicherweise gelungen, daher bin ich schnell in dieser neuen Kultur angekommen. Im House of Hope durfte ich die verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen, Kindern ab acht Jahren Deutschunterricht zu geben. Auch die Organisation und Durchführung von Kinder- und Jugendtreffen, die um die 50 Personen umfasste, war Teil meiner Arbeit, ebenso wie die Betreuung des Social-Media-Kanals und die praktische Unterstützung im Second-Hand-Laden.

Ein zentrales Anliegen war es mir, im Zeitraum meines Einsatzes nicht nur Segen zu erfahren und beschenkt zu werden, sondern dass auch ich ein Segen für die Leute vor Ort sein darf. Eines Morgens hatte ich genau das im Gebet formuliert. Am Nachmittag, als ich meinen Deutschkurs beendet hatte und dann zusammen mit meinen Kollegen den Kindertreff vorbereitet hatte, meinte eine Co-Workerin zu mir: „Ich bin froh, dass du da bist!“ Es war richtig ermutigend für mich zu merken, dass meine Arbeit tatsächlich die Leute vor Ort erreicht, positiv beeinflusst und dass ich am richtigen Ort bin.

Die Rückkehr nach 10 Monaten fühlte sich zuerst noch wie ein Heimaturlaub an, bis mir klar wurde, dass diese Zeit meines Lebens jetzt tatsächlich vorbei ist. Das war emotional und herausfordernd für mich. Dahingehend war das Reentry Seminar, das für alle Sozialdiener verpflichtend ist, genau das Richtige, um mich mit meinem Abschiedsschmerz auseinanderzusetzen.

Mein Tipp an alle, die überlegen, einen Sozialdienst zu machen: Beten, beten, beten – und dann, wenn Gott es dir aufs Herz legt, den Mut aufbringen und loslegen.

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