Vom Mut, loszulassen und sein Kind ziehen zu lassen

Silvio Kasemann ist seit August 2021 in Thailand beim Rollstuhlprojekt und leistet dort seinen Sozialdienst im Ausland. Seine Eltern Stephan und Christine Kasemann geben Einblick in ihre Gefühlswelt und den Prozess, wie sie den Mut aufbrachten, ihr Kind ziehen zu lassen.

„Eigentlich wollte Silvio nach der Schule sofort studieren, zur Auswahl standen Maschinenbau oder Physik“, erzählt Silvios Vater. Als er dann aber in einem Online-Gottesdienst einen Erlebnisbericht hörte und dazu einen Flyer von „Hilfe die ankommt“ in die Hände bekam, hat ihn das nicht mehr losgelassen. „Eines Abends fragte er uns um Rat: Er würde gerne ein Jahr für Gott und mit Gott etwas machen, will aber keine falsche Entscheidung treffen. Was soll er tun? Wir sagten zu ihm: Was wäre, wenn Gott drei Türen für dich offen hält und bei jeder einzelnen mit dir hindurch geht? Könnte es sein, dass Gott bei dir ist, weil du bei ihm bist?“
Für die Eltern war immer schon klar: Egal, wofür er sich entscheidet, sie unterstützen ihn. Bald nach dem Gespräch stand auch für Silvio fest: Da seine Bewerbung bei "Hilfe die ankommt" für einen Einsatz in Thailand im Rollstuhlprojekt erfolgreich war, wird er durch diese Tür gehen. Danach ging alles Schlag auf Schlag. Seine Eltern beeindruckte es sehr, dass Silvio fast alles selbstständig organisierte. Es folgten viele Gespräche mit Dietmar Brandl, dem Betreuer der Sozialdiener, Dokumente wurden unterzeichnet und Fundraising betrieben. Auch die Zusammenarbeit mit „Hilfe die ankommt“ war unkompliziert und einwandfrei. „Wir haben selten erlebt, dass eine Organisation so professionell agiert.“

Vom Vorbereitungsseminar, das alle Sozialdiener vor ihrem Einsatz absolvieren, kam Silvio verändert, oder besser gesagt „erweitert“ zurück. Er hat die Kraft des Gebets ganz neu für sich entdeckt. Doch auch sie als Eltern sind wieder ein Stück weit gewachsen: „In diesem ganzen Prozess haben wir gemerkt, dass Leben mit Gott etwas ganz Praktisches ist, wo er spürbar und erlebbar ist.“ Generell erlebten sie viele Situationen, die sie heute als Wunder bezeichnen und darin klar eine Zusage Gottes für ihren Sohn sehen.

Seit Ende August ist Silvio nun in Thailand im Rollstuhlprojekt. „Wir haben das Gefühl: Hier ist der richtige Mensch am richtigen Ort.“ Sie sind sich sicher, dass er auch herausfordernde Situationen, die vielleicht eintreten, gut meistern kann.

Doch was genau bedeutet es, sein Kind gehen zu lassen? „Es ist sehr emotional und natürlich schmerzhaft, weil ein wichtiger Teil der Familie nicht mehr vor Ort ist. Wir hatten und haben Vertrauen in Gott, in unseren Sohn und in „Hilfe die ankommt“. Aber hier werden Erinnerungen geschaffen, die ihm niemand mehr nehmen kann und Erfahrungen gemacht, die den Horizont erweitern – und noch dazu ist es eine sinnstiftende Sache.“

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